Zurück in die Vergangenheit


1830

gehörten Bartagamen zu der artenreichen Sammelgattung Amphibolurus (Wagler 1830). In der Gattung Amphibolurus wurden alle

australischen Agamen mit langen, dünnen, peitschenähnlichen Schwänzen, ohne morphologisch auffällige Merkmale zusammengefasst.


1976

erkannte die australische Herpetologin Judith Badham die Besonderheiten der heutigen Gattung Pogona, woraufhin sie alle Bartagamen der

Amphibolurus-barbatus- Gruppe (Amphibolurus barbatus species group) zuordnete.

Badham, J. A. (1976): The Amphibolurus barbata species group (Lacertilia: Agamidae). Australian Journal of Zoology, 24:423- 443.


1978

fingen Husband & Sauer 118 km westlich von Richmond/Queensland den Holotypus von Pogona henrylawsoni, beschrieben ihn jedoch nicht

wissenschaftlich. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste man nichts von der Existenz dieser Art.


1982 (a)

wurden Bartagamen der Gattung Pogona zugeordnet (Storr 1982).

Storr, G. M. (1982): Revision of the bearded dragons (Lacertilia: Agamidae) of Western Australia with notes on the dismemberment of the genus Amphibolorus, Records of  the Western Australian Museum, 10 (2): 199-214.


1982 (b)

schmuggelte man ein Pärchen der bis dahin namenlosen Art nach Deutschland. Der Diplom-Biologe Rudolf Wicker (Exotarium

Frankfurt) nahm die Tiere schließlich an sich und hatte in den folgenden Jahren großen Erfolg bei der Zucht. Die Agamen hielt er für Vertreter

der Amphibolurus Gruppe.


1983

ist das Jahr, in dem die wissenschaftliche Arbeit "A synopsis of the class Reptilia in Australia" (Wels & Wellington 1983) veröffentlicht

wird. In dieser Arbeit wird die bis dahin noch nicht wissenschaftlich beschriebene Bartagamenart -Pogona henrylawsoni- eigentlich gar nicht

erwähnt und dennoch ist auf diese Arbeit das Synonym Pogona (Amphibolurus) rankini zurückzuführen.


In der nur nach Familien untergliederten Fließtextarbeit werden auch neue Arten und Gattungen beschrieben. Unmittelbar auf die Auflistung der

sieben bekannten Bartagamenarten folgte die Erstbeschreibung der Gattung Rankinia. Oberflächlich betrachtet glaubte der unaufmerksame Leser

eine achte Bartagamenart entdeckt zu haben. Mit "Rankinia gen.nov." beginnt eigentlich die Neubeschreibung der Gattung Rankinia, in der

Terraristik wurde die namenlose Bartagamenart aber schnell als Pogona rankini bekannt.

Wells, R. W. & C. R. Wellington (1983): A synopsis of the class Reptilia in Australia, Australian Journal of Herpetology, 1 (3-4): 73-129.


1985

erfolgt schließlich eine formelle, wissenschaftliche Beschreibung durch Wels & Wellington, mit Vergabe des Artnamens Pogona

henrylawsoni.

Wells, R. W. & C. R. Wellington (1985): A classification of the Amphibia and Reptilia of Australia,  Australian Journal of Herpetology, Supplementary Series No. 1:1-61.


1992

machen Manthey & Schuster in einem Kurzportrait über die Zwergbartagame auf den in Deutschland häufig falsch verwendeten Namen

Pogona (Amphibolurus) rankini (siehe 1983) aufmerksam, der jahrelang als Synonym Verwendung fand und schreiben stattdessen von Pogona sp.

Manthey, U. & N. Schuster (1992): Agamen. Terrarien Bibliothek, Münster 1992, 120 S.


1994

veröffentlicht Witten seine Arbeit "Taxonomy of Pogona". Hier beschreibt er aufgrund angeblicher Fehler in der Arbeit von Wels &

Wellington (1985) und dem vermeintlichen Verlust des Holotypus von P.henrylawsoni aus dem Australian Museum, anhand eines neuen, in der

Nähe von Croydon/Queensland gefangenen Exemplars die Art Pogona brevis (brevis = kurz) (Synonym).

Witten, G. J. (1994a): Taxonomy of Pogona (Reptilia: Lacertilia: Agamidae). Memoirs of the Queensland Museum 37(1): 329-343.


1995

veröffentlicht Shea eine Arbeit die Bezug auf Witten´s Werk "Taxonomy of Pogona" (1994) nimmt. Diese Arbeit festigt den gültigen

wissenschaftlichen Namen Pogona henrylawsoni (Wells & Wellington 1985).

Shea, G. M. (1995), 'The holotype and additional records of Pogona henrylawsoni Wells & Wellington, 1985.', Memoirs of the Queensland Museum, 38(2):574.

Pogona barbata Belair National Park - South Australia

Foto: Corey Stevens

Die Gattung Pogona

Pogona vitticeps Plenty Highway - Northern Territory

Foto:Christian Mehlführer

        

Pogona minor Kalbarri National Park - Western Australia

Foto:Thomas Bader

Pogona barbata Girraween Nat. Park Queensland

Foto: David Fischer

Pogona minor Karijini National Park - Western Australia         

Foto: Bernd Krüger

Pogona minor Kalbarri National Park - Western Australia         

Foto: David Fischer

Der Weg in deutsche Terrarien (Pogona henrylawsoni)

 

Etwa im Jahre 1979 wurden die ersten Streifenköpfigen Bartagame (Pogona vitticeps) in größeren Stückzahlen angeboten. Ein Jahr zuvor wurde die der Wissenschaft bisher unbekannte Art Pogona henrylawsoni ehem. Pogona rankini (Zwergbartagame) entdeckt. Weltweit etablierte sich die Zwergbartagame in der Terraristik. Trotz strengen Ein-und Ausfuhrverboten der nativen Artenvielfalt Australiens (auch innerhalb der einzelnen Bundesstaaten), gelangte 1982 mindestens ein Pärchen Zwergbartagamen nach Deutschland.

 

Die Tiere wurden dem Dipl.-Biologen Rudolf Wicker (Exotarium Frankfurt) übergeben. Eigentlich wollte er die Agamen nicht an sich nehmen, stimmte aber schließlich zu, da das hochträchtige Weibchen drohte an einer lebensbedrohlichen Legenot zu erleiden. Zudem hatte er Terrarien zur Verfügung, die entsprechende Klimatisierung und einen hohen Bodengrund boten. Das Weibchen setzte schließlich ein Gelege bestehend aus 24 Eiern ab, aus welchem 22 gesunde Jungtiere schlüpften.


Zuerst war sich Wicker nicht sicher ob er wirklich ein Pärchen pflegt. Das Männchen war im Gegensatz zum Weibchen deutlich kleiner, was bei anderen Agamenarten untypisch ist, bei Zwergbartagamen aber eher die Regel darstellt. Schnell stellte sich heraus das es sich wirklich um ein Pärchen handelte. In den darauf folgenden Jahren züchtete Wicker sehr erfolgreich. Alleine mit besagtem Pärchen erblickten 300 Jungtiere das Licht der Welt.. Durchschnittlich umfassten die Gelege etwa 20 Eier, bei einem Schlupferfolg von 95%.


Ein Teil der Nachzuchten gelangte auch nach Nordamerika. Von weiteren Importen ist nichts bekannt.

Wissenswertes, nomenklatorisches über die Gattung Pogona


  1. Der im deutschsprachigen Raum verwendete Trivialname <Bartagame> (Sg.), ist ein Synonym und somit bedeutungsgleich mit dem 

   wissenschaftlichen Gattungsnamen Pogona.


  1. Der Gattungsname Pogona leitet sich aus dem griechischen Wort Pogon ab, das Bart bedeutet.


  1. Der wissenschaftliche Artname <henrylawsoni> wurde zu Ehren des australischen Autors und Poeten Henry Lawson gewählt.


  1. Der wissenschaftliche Artname <vitticeps> setzt sich aus den Wörtern vittatus (gestreift, gebändert) und cephalos (Schädel, Kopf) zusammen.


  1. Innerhalb der Echsenunterordnung gehören Bartagamen (Pogona) zur Familie der Agamen (Agamidae).


  1. Die Agamen (Agamidae) gehören mit den Chamäleons (Chamaeleonidae) und Leguanen (Iguanidae) zur Zwischenordnung der Leguanartigen 

   (Iguania).

- Domäne : Eukaryota (Eukaryoten)

  - Reich : Animalia (Tiere)

   - Unterreich : Metazoa (Vielzeller)

    - Abteilung : Eumetazoa (Gewebetiere)

     - Unterabteilung : Bilateria

      - Stammgruppe : Deuterostomia (Neumünder)

       - Stamm : Chordata (Chordatiere)

        - Unterstamm : Vertebrata (Wirbeltiere)

         - Überklasse : Gnathostomata (Kiefermäuler)

          - Reihe : Tetrapoda (Landwirbeltiere)

           - Klasse : Reptilia (Reptilien)

            - Überordnung : Lepidosauria(Schuppenechsen)

             - Ordnung : Squamata (Schuppenkriechtiere)

              - Unterordnung : Sauria / Lacertilia (Echsen)

               - Teilordnung : Iguania (Leguanartige)

                - Familie : Agamidae (Agamen)

                 - Gattung und Art: Pogona henrylawsoni

Wissenschaftlicher Name : Pogona henrylawsoni

Synonyme : Pogona brevis (WITTEN 1994),

                    Pogona rankini (MANTHEY & SCHUSTER 1999)

                    Pogona sp. (MANTHEY & SCHUSTER 1999)                                                                                                                                       

Trivialnamen (Gattung) :

Deutsch : Bartagamen

Englisch : Bearded Dragon´s

Trivialnamen (Art) :

Deutsch : Zwergbartagame, Lawson´s Bartagame

Englisch : Lawson’s Dragon, Rankin’s Dragon, Dwarf Bearded Dragon, Black Soil Dragon