Def. zoologische Nomenklatur: Das System wissenschaftlicher Namen für Taxa der Tiere sowie die

Vorschriften für die Bildung, die Behandlung und den Gebrauch solcher Namen.

Die Schreibweise wissenschaftlicher Namen


  1. Wissenschaftliche Namen von Taxa der Gattungs- sowie Artgruppe sollen in einer anderen Schrift als

   der des laufenden Textes erscheinen. Dies geschieht in kursiver Schrift <italics>

   (Beispiel: Pogona henrylawsoni).

  1. Der wissenschaftliche Name einer Art erscheint als Kombination zweier Namen (Binomen), der erste 

   ist der Gattungsname, der zweite ist der Artname (Beispiel: Pogona minor).

  1. Der wissenschaftliche Name einer Unterart erscheint als Kombination dreier Namen (Trinomen).

   Der Unterartname beginnt mit einem kleinen Anfangsbuchstaben (Beispiel: Laudakia stellio daani).

  1. Namen der Familien- und Gattungsgruppe, sowie Taxa oberhalb der Familiengruppe beginnen stets

   mit einem großen-, Namen der Artgruppe stets mit einem kleinen Buchstaben

   (Beispiel: Pogona barbata).

  1. Nach erstmaliger Nennung in einer bestimmten Arbeit (unabhängig von der möglichen Nennung in 

   der Überschrift) kann ein Name der Gattungsgruppe in abgekürzter Form zitiert werden, wenn er in 

   Verbindung mit einem Binomen oder Trinomen benutzt wird (Beispiel: P. henrylawsoni / L. stellio

   daani). Gleiches gilt für den Artnamen in einem Trinomen (Beispiel: Laudakia s. stellio).

Glossar:


Artgruppe: Die Artgruppe schließt alle Taxa der Rangstufen Art und Unterart ein.


Gattungsgruppe: Die Gattungsgruppe umfasst alle Taxa der Rangstufe Gattung und Untergattung.


Familiengruppe: Die Familiengruppe enthält Taxa der Rangstufen Überfamilie, Familie, Unterfamilie, Tribus sowie jeden anderen Ranges unterhalb der Überfamilie und oberhalb der Gattungsgruppe.


Taxonomie (Adjektiv: taxonomisch): Die Theorie und Praxis der Klassifikation der Organismen.


Taxon (Pl. Taxa): Eine mit einem Namen versehene oder nicht versehene taxonomische Einheit: Also eine Population oder eine Gruppe von Populationen von Organismen, von denen gewöhnlich angenommen wird, dass sie miteinander verwandt sind, und die zugleich über mehrere gemeinsame Merkmale verfügen, wodurch sie die so gebildete Einheit von anderen unterscheidet. Ein Taxon schließt alle einbezogenen Taxa niedrigeren Ranges und Einzelorganismen ein.


Binomen (Pl. Binomina) oder binominaler Name: Die Kombination von zwei Namen, wobei der erste der

Gattungsname, der zweite der Artname ist. Zusammen bilden sie den wissenschaftlichen Namen einer Art

(zum Beispiel Pogona henrylawsoni).


Trinomen oder trimoninaler Name: Die Kombination eines Gattungs-, eines Art- und eines Unterartnamens, die gemeinsam den wissenschaftlichen Namen einer Unterart bilden.

Das zitieren von Autorennamen


  1. Nennt ein Autor den Namen eines Taxon der Art-, Gattungs- oder Familiengruppe, soll er in der

   betreffenden Arbeit mindestens einmal Autorschaft und Datum angeben.

  1. Die Familiennamen von Autoren wissenschaftlicher Namen werden nicht abgekürzt.

  2. Der Name des Autors ist nicht Bestandteil des Namens eines Taxon.

  3. Wird das Datum der Veröffentlichung eines Namens zitiert, so folgt es dem Autorennamen.

  4. Der Name eines Autors folgt dem Namen eines Taxon ohne jede zwischengeschobene Interpunktion,

   mit Ausnahme veränderter Kombinationen (Beispiel: Pogona henrylawsoni Wells & Wellington, 1985).

  1. Ist ein Name der Artgruppe mit einem anderen als dem ursprünglichen Gattungsnamen kombiniert, 

   muss der Name des Autors der Artgruppe, wenn zitiert, eingeklammert werden (falls zitiert, ist das 

   Datum in dieselbe Klammer einzubeziehen). Beispiel: Pogona vitticeps (Ahl, 1926).

  1. Ist ein wissenschaftlicher Name durch mehr als drei Personen publiziert worden, kann der Name des

   ersten Autors (wie in der Originalfassung gereiht) als einziger zitiert werden, mit dem Zusatz       

   <et al.> (im Sinne von <und andere>). Im Literaturverzeichnis sollen jedoch die Namen sämtlicher 

   Autoren angegeben werden. Beispiel: Laudakia stellio salehi (Werner in Lachmann et al., 2006).